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Elternbrief des schulpsychologischen Beratungsdienstes für Eltern - vom 06.04.2020

Wie betreue ich mein Kind während der Coronakrise zu Hause?


Sehr geehrte Eltern!


Die derzeitige Situation ist besonders für Familien mit Schulkindern eine große Herausforderung.


Die gewohnten Abläufe und Routinen sind unterbrochen. Die Kinder haben wenig Abwechslung. Hort, Ganztagsangebote, Sport- und Freizeitvereine stehen nicht zur Verfügung.


Besonders die Begleitung der Kinder bei der Bewältigung ihrer schulischen Aufgabenpakete stellt viele Eltern vor eine große Herausforderung.


Viele von Ihnen fragen sich:


„Wie schaffe ich es, mein Kind gut bei den schulischen Aufgaben zu unterstützen?“


„Wie gestalte ich den Alltag mit meinem Kind?“


„Wie vereinbare ich meine eigene Berufstätigkeit mit der Betreuung meines Kindes?“


Die nachfolgenden Empfehlungen sollen Anregungen sein, Ihnen die Situation etwas zu erleichtern. Es soll nicht der Eindruck entstehen, dass es Patentrezepte sind. Seien Sie sich bewusst, dass es momentan den meisten Eltern von Schulkindern ähnlich geht wie Ihnen. Die Situation ist für alle neu und ungewohnt.


  • Schaffen Sie sich eine Tagesstruktur. Struktur im Tagesablauf gibt Ihnen und Ihren Kindern Orientierung und Halt.
  • Planen Sie feste Zeiten für Lernen, Spielen und Erholung ein. Ein Lernplan macht es Ihrem Kind leichter, sich zu orientieren und konzentriert an seinen Schulaufgaben zu arbeiten.
  • Sie sollen den Lehrer nicht ersetzen! Versuchen Sie, möglichst gelassen zu bleiben und setzen Sie sich und Ihr Kind nicht unter Druck. Wenn Sie Probleme haben, sprechen Sie mit der Lehrerin / dem Lehrer Ihres Kindes, und suchen Sie gemeinsam nach einer Lösung. Nutzen Sie die Möglichkeiten des Austausches mit anderen Eltern.
  • Begleiten Sie Ihr Kind beim Lernen, indem sie ihm helfen, die Aufgaben in kleine Portionen aufzuteilen und die Aufgaben so zu „übersetzen“, dass Ihr Kind es versteht. Bleiben Sie in der Nähe, falls Ihr Kind Fragen hat. Kontrollieren Sie am Ende die Erfüllung des Lernplanes. Jüngere Kinder und Kinder mit Lernschwierigkeiten brauchen mehr Unterstützung.
  • Achten Sie auf gute Lernbedingungen. Sorgen Sie für eine entspannte Arbeit-atmosphäre und einen aufgeräumten Arbeitsplatz. Halten Sie störende Ablenkungen von Ihrem Kind fern.
  • Loben Sie Ihr Kind ganz bewusst für sein Bemühen. Zeigen Sie ihm, dass Sie stolz sind, wie selbständig es schon lernen kann.
  • Nutzen Sie die Lernangebote in den Medien, z.B. im Fernsehen und im Internet. Somit wird das Lernen anschaulich und abwechslungsreich. Dabei sollte eine gute Mischung zwischen den verschiedenen Lernformen bestehen.
  • Lernzeiten sollten nicht zu lang sein und zum Alter Ihres Kindes passen. So können sich 7jährige Kinder ca.15 Minuten, 8-9jährige Kinder 20 Minuten, 10-12jährige Kinder 25 Minuten und erst ältere Kinder und Jugendliche 30 Minuten am Stück konzentrieren. Legen Sie Minipausen ein und wechseln Sie Aufga-ben, die mehr Konzentration erfordern mit weniger konzentrationsintensiven Aufgaben ab.
  • Nach jeder längeren Lernphase, d.h. nach 30 bis 45 Minuten je nach Alter und Belastungsfähigkeit des Kindes, ist eine größere Pause einzuplanen, in der sich das Kind erholen kann.
  • In den Pausen und Erholungszeiten am Nachmittag sollte Ihr Kind sich viel bewegen und wenn möglich unter Kontrolle an der frischen Luft aufhalten.
  • Planen Sie konkrete Zeiten für gemeinsame Aktivitäten (Mahlzeiten, gemeinsames Spielen, Basteln oder Kochen, Spazieren oder in den Garten gehen, die Wohnung schmücken usw.).
  • Planen Sie auch Zeiten, in denen sich jeder in der Familie einmal zurückziehen und für sich sein darf. Dies kann helfen, dass alle möglichst ausgeglichen bleiben, und verhindert damit unnötige Konflikte. Signalisieren Sie Ihrer Familie, wenn Ihnen gerade alles zu viel ist.
  • Ermöglichen Sie Ihrem Kind, per Telefon, Internet oder Skype den Kontakt zu den Großeltern und Freunden aufrecht zu erhalten.
  • Eltern, die derzeit zu Hause arbeiten müssen, stehen vor einer besonderen Belastungsprobe. Vielleicht kann es helfen, sich einen Zeitplan zu erstellen. Legen Sie Zeiten fest, wann Sie sich Ihrem Kind widmen, und wann Sie sich Ihrer Arbeit zuwenden. Schulkindern kann man zumuten, sich auch einmal eine Weile selbstständig zu beschäftigen. Vorteilhaft ist natürlich, wenn man sich mit einem Partner abwechseln kann, oder wenn sich ältere Geschwister mit den Jüngeren beschäftigen.
  • Begrenzen Sie in Absprache mit Ihrem Kind die Bildschirmzeiten (Fernsehen, Mobiltelefon und Computer). Damit wirken Sie einem einseitigen Spielen und Konsumieren entgegen und sorgen für mehr Ausgeglichenheit bei Ihrem Kind.
  • Es ist möglich, dass Ihr Kind derzeit anhänglicher ist als sonst, und öfter Ihre Nähe sucht. Haben Sie Verständnis dafür und geben Sie ihm Sicherheit und Geborgenheit.
  • Nur wenn es den Eltern gut geht, geht es auch den Kindern gut. Achten Sie be-wusst auf Ihr eigenes Wohlbefinden. Nehmen Sie sich Zeit zur Entspannung und zum Genießen.
  • Der Schulpsychologische Beratungsdienst ist unter folgenden Telefonnummern erreichbar:

03591 621131 für die Region Hoyerswerda, Weißwasser, Bautzen
03591 621133 für die Region Görlitz, Zittau
03591 621135 für die Region Kamenz, Radeberg, Bischofswerda
03591 621134 für die Region Löbau, Ebersbach
03591 621 402 für die Region Niesky


Die jetzige Situation wird vorübergehen. Bis dahin machen Sie guten Gewissens das, was in ihren Möglichkeiten liegt.

Dr. Jana Domel
Diplom-Psychologin / Schulpsychologin



Elternbrief des Sächsischen Staatsministeriums für Kultus vom 30.03.2020

Den aktuellen Elternbrief von Herrn Staatsminister Christian Piwarz erreichen Sie unter:

http://schule-sachsen.de/20_03_30_Brief_Eltern.pdf



Auszug aus der Allgemeinverfügung vom 23. März 2020

Ab 24. März 2020 gilt die neue Allgemeinverfügung


1. Bis einschließlich 17. April 2020 gilt:


1.1 Der Schulbetrieb an Schulen in öffentlicher und freier Trägerschaft im Sinne des Sächsischen Schulgesetzes sowie des Gesetzes über Schulen in freier Trägerschaft im Freistaat Sachsen wird eingestellt. Es finden kein Unterricht und keine sonstigen schulischen Veranstaltungen statt.
1.2 In Kindertageseinrichtungen, Kindertagespflege und heilpädagogischen Kindertageseinrichtungen entfallen die Betreuungsangebote.
1.3 Kinder, Schülerinnen und Schüler und Studentinnen und Studenten dürfen die in Ziffer 1.1 und 1.2 genannten Einrichtungen für die oben genannte Zwecke nicht betreten.


2. In allen Grundschulen und Kindertageseinrichtungen sowie Kindertagespflege wird ein Notbetreuungsangebot wie folgt zur Verfügung gestellt:


a) für Schülerinnen und Schüler der Jahrgangsstufen 1 bis 4 an Grundschulen und Förderschulen sichert der Freistaat Sachsen in Abstimmung mit dem Schul- und dem Hortträger während der üblichen Unterrichts- und Hortzeiten ein Notbetreuungsangebot,


b) für mehrfach- und schwerstmehrfachbehinderte Schüler an Förderschulen unabhängig von der Jahrgangsstufe, sofern die Personensorgeberechtigen die Betreuung auch unabhängig von ihrer beruflichen Tätigkeit nicht leisten können, sichert der Freistaat Sachsen in Abstimmung mit dem Schul- und dem Hortträger während der üblichen Unterrichts- und Hortzeiten ein Notbetreuungsangebot


c) an den Kindergärten und –krippen wird das Notbetreuungsangebot durch den Träger der Einrichtung gesichert


d) an den Kindertagespflegestellen wird das Notbetreuungsangebot durch Kindertagespflegeperson gesichert.


3. Ein Anspruch auf Notbetreuung besteht, wenn


- beide Personensorgeberechtigte oder der alleinige Personensorgeberechtigte bzw. in den Fällen von Umgangsregelungen der zur Antragsstellung aktuell Personensorgeberechtigte in Bereichen der kritischen Infrastruktur tätig und aufgrund dienstlicher oder betrieblicher Gründe an einer Betreuung des Kindes gehindert sind,


- nur einer der Personensorgeberechtigten (bzw. in den Fällen von Umgangsregelungen) im Gesundheitswesen sowie im Bereich der ambulanten bzw. stationären Pflege oder im Polizeivollzugsdienst tätig ist und aufgrund dienstlicher und betrieblicher Gründe an einer Betreuung des Kindes gehindert ist.


- Eltern oder auch Kita-Fachkräfte um das Kindeswohl fürchten. In diesen Fällen ist zwingend das zuständige örtliche Jugendamt zu informieren, um mit dessen Zustimmung die Notbetreuung abzusichern.


- Voraussetzung für die Notbetreuung ist, dass die Kinder und deren Personensorgeberechtigten


o keine Symptome der Krankheit Covid-19 aufweisen und


o nicht in Kontakt zu einer mit SARS-CoV-2 infizierten Person stehen oder seit dem Kontakt mit einer mit SARS-CoV-2 infizierten Person 14 Tage vergangen sind und sie keine Symptome der Krankheit Covid-19 aufweisen und


o sich nicht in einem Gebiet aufgehalten haben, das das Robert-Koch-Institut im Zeitpunkt des Aufenthaltes als Risikogebiet zur Infektion mit dem Erreger SARS-CoV-2 ausgewiesen war oder innerhalb von 14 Tagen danach als solches ausgewiesen wurde oder seit der Rückkehr aus diesem Risikogebiet 14 Tage vergangen sind und sie keine Symptome der Krankheit Covid-19 zeigen.


4. Personensorgeberechtigte in Bereichen der kritischen Infrastruktur im Sinne von Ziffer 3 müssen in einem der in der Anlage 1 zu dieser Allgemeinverfügung genannten Bereiche tätig sein. Die Personensorgeberechtigten weisen die Tätigkeit in einem Formblatt (Anlage 2, abrufbar unter www.sms.sachsen.de bzw. www.smk.sachsen.de) gegenüber der Leitung der Schule oder Betreuungseinrichtung schriftlich nach. Der Nachweis bedarf der schriftlichen Bestätigung durch den Arbeitgeber beziehungsweise Dienstherrn. Die Bestätigung durch den Arbeitgeber kann, sofern diese nicht sofort erfolgen kann, binnen eines Arbeitstages nachgereicht werden.


5. Die Personensorgeberechtigten haben für die Beachtung der in Ziffern 1, 3 und 4 genannten Voraussetzungen und der daraus sich ergebenden Pflichten zu sorgen.


6. Auf die Bußgeldvorschrift des § 73 Abs. 1 a Nr. 6 IfSG sowie auf die Strafverfolgungsvorschrift des § 74 IfSG wird hingewiesen.


7. Diese Allgemeinverfügung tritt am 24. März 2020 in Kraft. Die Allgemeinverfügung vom 18. März 2020, Aktenzeichen 15-5422/4, tritt an diesem Tag außer Kraft.


Übersicht der Sektoren der Kritischen Infrastruktur


Sicherstellung der öffentlichen Sicherheit und Ordnung
- Sächsischer Landtag
- Polizei
- Justizvollzug
- Gerichte und Staatsanwaltschaften
- Krisenstabspersonal
- Berufsfeuerwehr, freiwillige Feuerwehr, sofern Tagesbereitschaft besteht,
- Bergsicherungsbetriebe und Grubenwehren
- Katastrophenschutz und Hilfsorganisationen
- Opferschutzeinrichtungen
- betriebsnotwendiges Personal in Einrichtungen und Behörden des Freistaates Sachsen, des Bundes einschließlich der Bundeswehr sowie der sächsischen Kommunen und der Bundesagentur für Arbeit


Sicherstellung der öffentlichen Infrastruktur und Versorgungssicherheit
- Telekommunikation, sicherheitsrelevante IT-Infrastruktur, Post, Energieversorgung einschließlich Tankstellen und Mineralölunternehmen (Netzsicherstellung)
- Wasserversorgung
- Entsorgung (Abwasserbeseitigung, Müllentsorgung)
- Luftverkehr (betriebsnotwendiges Personal)
- ÖPNV, SPNV, EVU (betriebsnotwendiges Personal)
- Binnenschifffahrt (betriebsnotwendiges Personal)
- Rundfunk, Fernsehen, Presse einschließlich Erzeugung von Pressedruckerzeugnissen
- Banken und Sparkassen
- Krankenkassen (betriebsnotwendiges Personal)
- Rentenversicherung (betriebsnotwendiges Personal)


Ernährung und Waren des täglichen Bedarfs
- Ernährungswirtschaft und Landwirtschaft
- Lebensmittelhandel und -großhandel
- Transport und Logistik zur Sicherstellung des täglichen Bedarfs


Gesundheitsversorgung und Pflege
- Arztpraxen, Zahnarztpraxen, Tierarztpraxen

- Psychologische Psychotherapeuten und Kinder- und Jugendlichen-Psychotherapeuten, Psychosoziale Notfallversorgung
- Praxen von Gesundheitsfachberufen
- Krankenhäuser und medizinische Fakultäten
- Rettungsdienst
- Apotheken und Sanitätshäuser
- Labore
- Herstellung und Vertrieb von Arzneimitteln und Medizinprodukten
- stationäre Einrichtungen für Pflege, Reha, Eingliederungshilfe
- ambulante Pflegedienste
- Wirtschafts-, Versorgungs- und Reinigungspersonal in genannten Einrichtungen


Bildung und Erziehung
- Personal zur Sicherstellung der Notbetreuung in Kitas und Schulen
- stationäre und ambulante Hilfen der Behinderten-, Kinder und Jugendhilfe



Schuljahr 2019/2020

schulhaus ansicht

 

"Also lautet ein Beschluss,

dass der Mensch was lernen muss."

Wilhelm Busch (1832 - 1908)

Deutscher Zeichner, Maler und Schriftsteller

Quelle: Busch, Bildergeschichten. Max und Moritz, 1865. Vierter Streich